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Dieser zu den Harnischwelsen zählende Fisch wird oft als Müllschlucker bezeichnet. Seine Ernährung sei nebensächlich da er sich sowieso nur auf die Futterreste stürzt. Auch würde er verendete Fische fressen und so schon über die Runden kommen. Oft wird der Eindruck erweckt als sei es ein Tier um das man sich nicht kümmern bräuchte. Wer aber ein bisschen Interesse an diesem Tier zeigt, wird ganz schnell feststellen, das es sich um ein Tier handelt, das durchaus auch Pflegeansprüche stellt!Der Ancistrus dolichopterus stammt aus klaren, schnellfließenden Bächen die in den Amazonas fließen. Ich halte diese Tiere in einem Becken ( 80x30x30 cm), mit Motorinnenfilter, Ausströmstein und Stabheizer. Das Becken ist gut bepflanzt, feiner Kies wird als Bodengrund verwendet, ebenso wurden einige Wurzeln eingebracht. Auch einige Höhlen wurden im Becken postiert. Die Höhlen sind alle so ausgerichtet dass ich sie von vorn einsehen kann. ( Manchmal muss ich eine Taschenlampe zu Hilfe nehmen.)
In diesem Becken befinden sich zwei Weibchen und ein Männchen. Da die Männchen über geweihartige Auswüchse auf der Stirn verfügen kann man hier Männchen und Weibchen recht gut unterscheiden. Die Wasserwerte in diesem Becken liegen bei: 25°C, PH 6,4, KH2, dGH<6. In diesem Becken wird einmal wöchentlich Wasser gewechselt. Ich entnehme dem Becken dann 80% des Wasserinhalts und fülle es mit temperiertem, entgastem Frischwasser wieder auf. Gefüttert werden: Futtertabletten, Kartoffeln ( roh ), Salatgurke, frischer Paprika, Blätter vom Rosenkohl und manchmal auch Lebendfutter wie rote Mückenlarve oder Tubifex. Beim Lebendfutter ist zu beachten, dass dieses zuvor gut gespült wurde. Nun brauche ich nicht lange warten bis das Männchen eine Höhle belegt und in kürzester Zeit ein Gelege bewacht. Die Gelegeballen ähneln einem Gebilde aus Senfkörnern, so dass sie in der Höhle recht gut zu erkennen sind. Da das Gelege vom Männchen bewacht und befächelt wird kann es sein, dass das Gelege vom Männchen so abgedeckt ist das man es nicht gleich sieht. Deshalb leuchte ich grundsätzlich mit einer Taschenlampe in die Höhle. Bei den dann herrschenden Lichtverhältnissen kann man die Gelege eigentlich immer gut erkennen. Nach ca. 5 Tagen sind die Jungen geschlüpft. Ich gehe dann bei und entnehme die Höhle mit Jungfischen, Elterntier und ausreichend Wasser aus dem Becken und überführe sie dann in ein zuvor bereit gestelltes Becken. Dieses Becken hat die Maße 50x30x30 cm und enthält Wasser aus dem Zuchtbecken. Es wird allerdings mit einem Schwammfilter gefiltert. Durch leichtes Schütteln der Höhle verlassen die jungen Welse diese. Wenn nur noch das Elterntier übrig ist überführe ich die Höhle wieder in das Zuchtbecken, zusammen mit dem Männchen. Die so separierten Jungfische werden mit Artemia, zerdrückten Erbsen, Futtertabletten und Spirulinapulver gefüttert. Der Wasserwechsel erfolgt genauso wie im Zuchtbecken.
Man kann diese Welse aber auch in einem Gesellschaftsbecken pflegen. Bei ausreichender Wasserqualität, abwechslungsreicher Fütterung und einer geeigneten Höhle wird sich auch hier recht schnell Nachwuchs einstellen.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass es weiss Gott keine Müllschlucker sind die man vernachlässigen darf.
In diesem Sinne - Viel Spass bei der Pflege und Zucht.
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